So erstellen Sie eine professionelle Branchenanalyse


Businessplan Beispiel

Businessplan erstellen

Ein sehr wichtiger Teil beim Businessplan erstellen ist das Kapitel Marktanalyse. Die Analyse von Branche, Kunden und Konkurrenz hat das Ziel, Ihre angebotene Leistung optimal im Markt zu positionieren und auch das grundsätzliche Potential der Geschäftsidee zu überprüfen. Wer in seinem Unternehmenskonzept eine stimmige Marktanalyse vorzeigen kann, hat damit eine wichtige Grundlage um Kapitalgeber bzw. die Hausbank zu überzeugen. Beginnen Sie mit einer kurzen Einleitung über Ihre Zielgruppe und den relevanten Marktes. Anschließend gehen Sie in die Tiefe und gehen Punkt für Punkt auf nachfolgende Themen ein.

Der Markt: Größe, Wachstum und Dynamik


Die Frage nach der Größe des Marktes ist vor allem wichtig, um mehr über Ihre eigenen Umsatzmöglichkeiten zu erfahren. Achten Sie darauf keine veralteten Daten für die Recherche zu nutzen, sprich im Optimalfall vom Vorjahr. Neben dem, was aktuell Stand der Dinge ist, sollten Sie sich auch darauf konzentrieren was die Zukunft bringt. Meist kann man sich dabei gut an den Wachstumsraten der letzten Jahre orientieren, um mit Hilfe dieser eine Prognose für die kommenden Jahre zu erstellen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn Sie für die Umsetzung Ihres Geschäftsplans auf die Hilfe von Geldgebern angewiesen sind. Es sollte im Rahmen dieser Analyse auch geklärt werden, ob es bereits Indikatoren einer Sättigung des Marktes gibt, wodurch die Wachstumsraten der Vergangenheit zukünftig niedriger zu erwarten sind. Schließlich planen Sie langfristig und für Ihre Zukunft.

Wettbewerbsanalyse

Wer sich seinen Businessplan nicht von Dritten erstellen lässt, sondern selber erarbeitet, stößt mitunter auf viele unbekannte Themen. Wenn es um die Wettbewerbsanalyse geht, kann man sich daher gut am 5-Forces (5-Stärken) Modell des amerikanischen Marketing Gurus Michael E. Porter orientieren. Dieses Modell gehört zu einem der am häufigsten verwendeten Management-Instrumente. Laut den 5-Forces wird die Wettbewerbsintensität einer Branche – und damit auch die grundsätzliche Attraktivität für Unternehmen – durch 5 Faktoren bestimmt:

  • Kunden: Eine gute Wettbewerbsanalyse sollte mit den potenziellen Kunden beginnen und sich damit befassen, wie diese auf Veränderungen (z. B. Preis) reagieren oder welchen Stellenwert das Produkt für den Konsumenten hat.
  • Lieferanten: Je nachdem was Sie anbieten wollen, ist es wichtig weitere Informationen über die potenziellen Lieferanten zu bekommen. Gibt es eine starke Konzentration von wesentlichen Lieferanten oder Monopole? Wenn ja, welche Verhandlungsmacht ergibt sich daraus für die Lieferanten? Sind Sie als neues Unternehmen diesem Druck gewachsen?
  • Produkte/ Substitute: Wie sieht es in der Zukunft mit Ihrem Produkt aus? Welche alternativen haben die Kunden bereits, welche werden noch auf Sie zukommen? Gerade im technischen Bereich können etablierte Produkte von erfolgreichen Firmen oft innerhalb kurzer Zeit durch neue Technologien ersetzt werden. Ein Beispiel hierfür ist die Digitalkamera, die heute die analoge Kamera vollkommen vom Markt verdrängt hat. Dadurch sind einst erfolgreiche Firmen wie Kodak in die Insolvenz geraten.
  • Markteintrittsbarrieren: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass in nächster Zeit viele neue Mitbewerber mit eintreten?
  • Wettbewerber: Nichts ist wichtiger als Informationen über die Konkurrenz zu sammeln und diese im Auge zu behalten. Hier geht es um die Anzahl der Wettbewerber und insbesondere um die Stärke der einzelnen Konkurrenten. Handelt es sich um einen konsolidierten Markt, bei dem einige wenige dominante Spieler den Markt beherrschen (z.B. Microsoft im Bereich Büro-Software) oder besteht der Markt aus sehr vielen kleinen Teilnehmern?

Datenquellen

Neben der grundsätzlichen Vorgehensweise zur Erstellung einer Marktanalyse gilt es vor allem auch geeignete Datenquellen zu identifizieren. Nur so können Sie die bereits genannten Fragestellungen beantworten. Auch wenn es banal klingen mag, so ist eine gute Google Recherche wohl immer noch eine der effektivsten Methoden und sollte in jedem Fall der erste Schritt sein. Machen Sie sich hier am besten mit den erweiterten Suchmöglichkeiten vertraut, damit Sie auch das volle Potential ausschöpfen können. Zusätzlich sollten Sie sich eine Übersicht zu den möglichen Suchbegriffen erstellen wie z.B. Namen wichtiger Wettbewerber, „Marktvolumen“, „Trends“ etc. Neben Google sollten Sie in jedem Fall beim jeweiligen Branchenverband anfragen, da die meist die besten Daten zu Ihrem Markt haben. Oftmals sind diese für Existenzgründer kostenlos oder gegen eine geringe Gebühren zu erwerben. Weitere wichtige Quellen ist das statistische Bundesamt, das neben konjunkturellen Indikatoren auch zentrale Messgrößen bzgl. jeder Branche aber auch über die Haushalte erfasst und veröffentlicht. Auch die IHK oder Ihre Hausbank sollten Sie in jedem Fall bzgl. Daten, Branchenreports oder Businessplan Muster anfragen.

Es empfiehlt sich stark, dass man neben bestehendem Datenmaterial auch eigene Kundenbefragungen durchführt. Neben persönlichen Gesprächen mit potentiellen Kunden (z.B. auf Messen) bietet sich vor allem auch eine Befragung via Fragebogen an. Diesen können Sie heute über Online Befragungsportale wie surveymonkey kostenlos und unkompliziert erstellen, versenden und auswerten.

Fazit

Für die Marktforschung sollten Sie im Rahmen der Businessplan Erstellung ausreichend Zeit einkalkulieren. Neben Ihrer eigenen Leistung wird der Erfolg Ihrer Geschäftstätigkeit wesentlich von dem Marktumfeld beeinflusst. Daher sollten Sie kritisch prüfen, welches Potential und welche Risiken Ihr Geschäftsvorhaben aufweist.

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